Blitzlicht

Unterrichtsfrei vom 12.02. - 16.02.18.

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Aufnahme Klassenstufe 5, Anmeldung Jahrgangsstufe 11

Liebe Eltern und Sorgeberechtigte,

ich möchte mich herzlich bei allen, die ihr Kind für die Klassenstufe 5 angemeldet haben, für das Interesse an unserer Schule bedanken. Leider überstieg auch in diesem Jahr die Zahl der Anmeldungen die zur Verfügung stehenden, begrenzten Plätze. Die Vergabe der Plätze erfolgte auf der Grundlage der übergreifenden Schulordnung und der Kriterien, die im Einverständnis mit dem Schulelternbeirat festgelegt wurden. Ich bedaure sehr, nicht allen Kindern einen Schulplatz anbieten zu können. Bei Rückfragen können Sie mich gerne persönlich ansprechen.

Für die Jahrgangsstufe 11 läuft die Anmeldung noch bis zum 28.02.18. Bitte vereinbaren Sie bei Interesse einen individuellen Beratungstermin.

Mit freundlichen Grüßen

Florian Zickwolf

 

 

Frau Schmid, Sie sind seit etwa zwei Wochen zu Gast an unserer Schule und man hört sofort, dass Sie nicht nur Deutsch-Muttersprachler sind, sondern tatsächlich kommen Sie eigentlich aus Deutschland. Wie hat es Sie denn nach Peru verschlagen?

Ja, ich komme tatsächlich eigentlich aus Stuttgart und habe auch noch in Deutschland Werkstoffkunde studiert. Nach meinem Diplom bin ich dann ein Jahr quer durch Südamerika gereist und letztlich in einer Stadt in den Bergen Perus geblieben.

Sie haben also nicht das klassische Lehramt studiert, arbeiten aber heute an einer deutschen Schule in Lima. Wie kamen Sie zum Unterrichten?

Schon als Jugendliche habe ich sehr gerne als Betreuerin in Skifreizeiten gearbeitet. Und während meiner Zeit in der Bergstadt Huaraz habe ich dann begonnen, freiberuflich als Lehrerin für Deutsch als Fremdsprache zu arbeiten. Der Liebe wegen bin ich dann schließlich nach Lima gegangen, wo ich jetzt seit einem Jahr an der Humboldtschule am QOLK-Programm teilnehme.

Können Sie uns erklären, was QOLK genau ist?

QOLK bedeutet Qualifikation für Ortslehrkräfte. Hierbei haben sich mehrere süd- und mittelamerikanische Ländern, u.a. Peru, Bolivien und Costa Rica, zusammengeschlossen und eine Art Ausbildungsprogramm für deutschsprachige Quereinsteiger in den Lehrerberuf organisiert. Grund dafür ist, dass man in den deutschen Schulen zunehmend auf das so genannte Immersionsprogramm setzt. Das bedeutet, dass in deutschen Schulen auch der Fachunterricht auf Deutsch gehalten wird. Und dafür benötigt man natürlich Lehrkräfte, die sowohl fachlich ausgebildet sind, aber auch das Deutsche sicher beherrschen.

Die Humboldtschule ist also auch eine solche Immersionsschule?

Ja, wir bauen das Immersionsprogramm gerade vom Kindergarten an auf. Dabei richten wir uns natürlich an Schüler deutscher Eltern, die gerade in Peru leben, aber eben auch an peruanische Kinder, die einen Bezug zu Deutschland haben oder die einfach Lust haben, eine fremde Sprache zu erlernen. Und das Immersionsprogramm bedeutet dann, dass wir diese Schüler in allen Fächern möglichst auf Deutsch unterrichten.

Das bedeutet, Sie unterrichten Mathematik und Chemie auf Deutsch, obwohl nicht alle Schüler Deutsch als Muttersprache sprechen?

Ganz genau. Die Schüler lernen das Deutsche im Grunde nicht nur im Deutsch- oder DaF-Unterricht, sondern integrativ immer auch in allen Fächern. Wir Fachlehrkräfte müssen dann natürlich auch Deutsch „mitunterrichten“, etwa wenn es um fachsprachliche Vokabeln geht.

Und welche Schulabschlüsse sind damit an ihrer Schule möglich?

Wir orientieren uns am Lehrplan für Gymnasien von Baden-Württemberg und daher kann man bei uns auch das deutsche Abitur erwerben. Manche Schüler verlassen uns aber auch schon nach der 11. Klasse und haben dann einen peruanischen Schulabschluss.

Als Gesamtschule ist es für uns natürlich immer interessant, wie sie mit der Vielfalt und Unterschiedlichkeit der Schüler umgehen.

Diese Thematik ist auch für uns ganz wichtig, weil ja neben fachlichen Unterschieden auch die Sprache eine große Herausforderung für die Schüler darstellt. Deshalb haben wir früher vor allem mit Blick auf das Sprachniveau in Deutsch differenziert, im Moment tendieren wir aber dazu, eher eine äußere Differenzierung auf Grundlage der fachlichen Kompetenzen vorzunehmen.

Gibt es denn Unterschiede im schulischen Alltag zwischen der Humboldtschule in Peru und unserer IGS hier in der Westpfalz?

Da wir eine deutsche Schule sind, die nach einem deutschen Lehrplan und mit deutschen Unterrichtsmaterialien arbeitet, ist vieles eigentlich sehr ähnlich. Allerdings beginnt unser Schuljahr Mitte Februar und endet dann Mitte Dezember. Eine Rolle spielt aber auch, dass wir eine Privatschule sind. Die Eltern müssen also Schulgeld bezahlen. So haben wir aber zum Beispiel die Möglichkeit, einen offiziellen „Nachsitzlehrer“ einzustellen, die sich um die Schüler kümmert, die aus welchen Gründen auch immer nachmittags noch etwas nacharbeiten müssen.

Über das PASCH-Programm, das deutsche Schulen im Ausland betreut und vernetzt, sind Sie nun wieder für mehrere Wochen in Deutschland und auch an unserer Schule. Wie sind Sie auf dieses Programm gestoßen?

Der Austausch ist ein Teil des QOLK-Programms. Im Grunde absolvieren wir als deutschsprachige Seiteneinsteiger in den Lehrberuf gerade ein einjähriges Referendariat. Dazu gehört auch der Besuch in Deutschland mit Seminaren und eben dem Einblick in eine Schule hier in Deutschland. Dabei hatte ich das Glück, hier nach Thaleischweiler-Fröschen gekommen zu sein.

Was hat Sie denn an unserer Schule am meisten überrascht?

Da fallen mir als Erstes die differenzierten Materialien ein, die an einer Gesamtschule eingesetzt werden. Auch wir haben eine sehr heterogene Schülerschaft, arbeiten aber doch meistens mit gymnasialen Lehrwerken. Deshalb werde ich auf jeden Fall von diesen differenzierten Schulbüchern in Lima berichten. Sehr gut gefallen hat mir auch das Differenzierungskonzept, bei dem noch bis in höhere Klassen häufig zwei Lehrer im Saal zusammenarbeiten, um auf möglichst viele Schüler eingehen zu können.

Zum Abschluss noch eine persönliche Frage: Wem drücken Sie denn bei einem möglichem WM-Finale Deutschland gegen Peru die Daumen?

Also da muss ich zunächst einmal betonen, dass sich Peru erstmals seit 36 Jahren wieder für eine Fußball-Weltmeisterschaft qualifiziert hat. Und die Peruaner fiebern unheimlich mit ihrer Nationalmannschaft mit. Am Tag nach der erfolgreichen Qualifikation gab es daher sogar einen Tag schulfrei, um den Erfolg zu feiern.

Wenn es jetzt wirklich zu einem Endspiel Deutschland – Peru kommen sollte, ist das für mich ja eigentlich toll. Denn egal wer gewinnt, ich würde mich mitfreuen und mitfeiern.

Das Interview führte Herr Martin Müller.

 
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