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Die Hauptschule

Am 15. September 1980, vor fast 29 Jahren, wurde das Gebäude der neuen Hauptschule Thaleischweiler-Fröschen in Betrieb genommen. Die damalige Planung war von einer zwei- bis dreizügigen Hauptschule ausgegangen: “ ...bei stark sinkenden Schülerzahlen“ soll “...die neue Hauptschule... nicht unnötig groß gebaut werden.“ (Festschrift 1980).

Der bundesweit zu beobachtende Trend, wonach immer weniger Eltern ihre Kinder in Hauptschulen anmelden – in manchen städtischen Gebieten sind 10-15% eines Jahrganges mittlerweile Realität – machte auch vor unserer Hauptschule nicht halt. Die Hauptschule war für ihre Vorreiterrolle geachtet. Als einzige Schule in Rheinland-Pfalz bot sie frühzeitig schon 3 Berufspraktika an, die, in leicht veränderter Form auch ins Konzept von RGS und jetzt auch der IGS übernommen wurden. Bei der Einführung des freiwilligen 10. Schuljahres nahm die Hauptschule am landesweiten Schulversuch teil und war mit bei den ersten Schulen, die das 10. Schuljahr einführte.

 
Die RegionaleSchule
Obwohl die Hauptschule immer noch Überrittsquoten von über 40% vorweisen konnte, hatten Verbandsgemeinde, Lehrerschaft und Elternbeirat die generelle Problematik sehr früh erkannt und um eine Umwandlung in eine Gesamtschule nachgefragt. Die damalige Gesetzeslage forderte für Gesamtschulen die Sechszügigkeit, eine Voraussetzung, die hier aus demografischen Gründen nicht erfüllbar war. Deshalb beantragten die Verantworlichen bereits 1991, bevor der Schulstandort Thaleischweiler-Fröschen als wohnortnahes Bildungsangebot der Sekundarstufe I ernsthaft in Gefahr geraten konnte, die Umwandlung der bestehenden Hauptschule in eine Regionale Schule.
Mit dem Schuljahr 1993/94, beginnend mit Klasse 5, wurde die Hauptschule im Rahmen des Schulversuchs in eine Regionale Schule umgewandelt. In der neuen Schulform wurden die Bildungsgänge von Hauptschule und Realschule zu einer neuen Schulstruktur zusammengeführt. Dabei wird die praxisorientierte Arbeitsweise der Hauptschule, d. h. Unterricht in einer Zusammenarbeit mit den Betrieben und Institutionen vor Ort, verknüpft mit den Arbeitsweisen und fachlichen Anforderungen der Realschule. Neben der Wohnortnähe bot sie eine angemessene Differenzierung und trug mit ihrer Ausrichtung auf regionale Bedingungen den gegenwärtigen Elterninteressen stärker Rechnung.
Mit der Einführung der Regionalen Schule hatte sich in unserer Schule vieles an der Unterrichtsorganisation und den Unterrichtsmethoden geändert. Die konsequente Einführung offener Unterrichtsformen soll hier besonders erwähnt werden. Durch Wochenplanarbeit, Freiarbeit und Projektarbeit wurden die Schülerinnen und Schüler angeleitet, handlungs- und erfahrungsorientiert selbstständig zu arbeiten. Das pädagogische Konzept wollte mit entsprechenden Maßnahmen der inneren und äußeren Differenzierung den Lernprozess für die Schüler optimieren. In der Orientierungsstufe erhielten die Kinder fast ausschließlich Unterricht bei ihrem „Lehrerteam“ aus zwei Lehrkräften. Ein systematisches Methodentraining mit dem Ziel, das richtige Lernen zu lernen nahm breiten Raum ein. Neben der Wissensvermittlung hatte das „soziale Lernen“ einen hohen Stellenwert. Es war in der Stundentafel durch die wöchentliche Klassenratsstunde fest verankert. Das unterschiedliche Leistungsvermögen der Kinder wurde durch Förderkurse, Team-Teaching, Arbeitsgemeinschaften und differenzierte Haupt- und Realschulkurse in mehreren Fächern berücksichtigt.
Ein umfangreiches Wahlpflichtangebot ab dem 7. Schuljahr ( z. B. Französisch als 2. Fremdsprache, Mathematik/Naturwissenschaften, Familienhauswesen, EDV/Bürotechnik und Maschinenschreiben/Textverarbeitung, Techniklehre und Technisches Zeichnen, Kunst/Musik, Darstellendes Spiel) und der qualifizierte Umgang mit dem Computer ergänzten das Angebot ab Klasse 7. Die Entscheidung, in Thaleischweiler-Fröschen eine Regionale Schule einzurichten, hatte sich im Nachhinein als richtig erwiesen. Der letzte Hauptschuljahrgang, hatte im 5. Schuljahr gerade noch 55 Schüler. Zum Schuljahr 1998/99 wurden 106 Kinder in die 5. Klassen aufgenommen. Das bedeutete fast eine Verdoppelung der Schülerzahl. Die Schülerübertrittsquote aus unseren Grundschulen konnte auf 60-70% gesteigert werden. Das im Konzept geforderte Drittel realschulempfohlener Kinder wurde immer erreicht bzw. deutlich übertroffen. Durch Rückläufer aus Realschulen/Gymnasien wurden manche Klassenstufen sogar fünfzügig geführt. Aus Grundschulen, die nicht zu unserem Einzugsbereich (die Schule hatte keinen Schulbezirk!) gehörten, wurden stets eine recht hohe Zahl von Kindern mit Realschulempfehlung aufgenommen. Hier sind vor allem die Grundschulen in Höheinöd, Hermersberg und Fehrbach zu nennen.
 
Die Integrierte Gesamtschule Thaleischweiler-Fröschen (IGS)
Die mittlerweile landesweit thematisierte „Krise der Regionalen Schule“ ist bereits seit Jahren absehbar. Schulleitung und Schulträger haben dies wieder rechtzeitig erkannt und den Antrag auf Errichtung einer IGSgestellt, bevor sich die „Krise“ in Form zurückgehender Schülerzahlen negativ auf den Standort auswirken konnte.
Neben der Sicherung des Standortes war, vor allem für die Lehrerschaft, ein weiteres Argument auschlaggebend: Wir bezeichneten uns zwar als „die Schule der Region“, konnten aber einem Drittel der hier beheimateten Kinder kein schulisches Angebot machen, so dass diese Kinder weiterhin teilweise weite Anfahrtswege zum nächstgelegenen Gymnasium oder der nächstgelegenen Förderschule in Kauf nehmen mussten. Mit Errichtung der IGS wird nun erstmals ein schulisches Angebot für alle Kinder der Region am Standort Thaleischweiler-Fröschen vorgehalten. Konsequenterweise bietet die IGS auch ein GTS-Angebot und als Schwerpunktschule die Integration beeinträchtigter Kinder.
 
Das rheinland-pfälzische Schulgesetz schließt Verbandsgemeinden von der Trägerschaft einer IGS aus. Deshalb übernahm der Landkreis Südwestpfalz die Trägerschaft. In einem Vertrag zwischen Landkreis und Verbandsgemeinde wurde geregelt, dass alle Kosten in bisheriger Höhe von der Verbandsgemeinde zu erbringen sind. Dafür werden Kinder aus dem Bereich der VG bei der Aufnahme in die IGS bevorzugt. Die IGS ist eine Wahlschule, hat also weder einen Einzugsbereich noch einen Schulbezirk.
 
Die Pflichtschulen für den Bereich der VG Thaleischweiler-Fröschen sind die HS Waldfischbach und die RGS Contwig. Damit müssen sog. „Hauptschulkinder“ nicht die IGS wählen. Von diesem Wahlrecht wurde bisher in Einzelfällen Gebrauch gemacht. Am 18.12. 2006 hat der Kreistag des Landkreises Südwestpfalz einstimmig beschlossen zum Schuljahr 2008/2009 die IGS um eine gymnasiale Oberstufe zu erweitern. Ab diesem Zeitpunkt ist die Trägerschaft komplett auf den Kreis übergegangen.Mit Errichtung von Integrierten Gesamtschulen in Contwig und Waldfischbach muss die Frage der Pflichtschulen neu geregelt werden.
 
Durch die Einrichtung der Oberstufe im Jahre 2008 ergaben sich räumliche Engpässe, die durch einen Anbau sinnvoll und nachhaltig gelöst wurden. Im April/Mai 2013 war es soweit: Der Neubau wurde ferlich und voller Vorfreude von der Schulgemeinschaft aus Schülern, Eltern, Lehrern und Schulleitung bezogen. Die neuen, attraktiven und lichtdurchfluteten Räumlichkeiten unserer Schule bieten nun abschließend die adäquaten Möglichkeiten für die Schülerschaft der IGS. Besonders erwähnenswert ist hierbei, dass alle neuen Klassensäle mit modernsten Smartboards ausgestattet wurden, so dass die Lehr- und Lernbedingungen unserer Schule weiter verbessert werden konnten. Insgesamt belaufen sich die Kosten für den architektonisch ansprechenden Bau sowie die Neugestaltung der Außenfläche auf 7,4 Millionen Euro, womit der Kostenrahmen ebenfalls eingehalten werden konnte.
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